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Spitzenleistung in deinem Training – so schaffst du gute Übungen

Geschrieben von Konstantin Ristl | Di, 05.09.2017

Athleten, Künstler und Spitzensportler wissen es: Erfolg kommt durch gezieltes Üben und Wiederholen. Und genau das kannst du auch für die Teilnehmer deines nächsten Trainings nutzen! In diesem Artikel möchte ich dir zeigen worauf es ankommt und wie du das für dich nutzen kannst.

Für die Eiligen: Was kann ich jetzt tun um meine Übungen zu verbessern?

Ein kurzer Abriss: Warum üben hilft

Gezieltes Üben verändert einen ganz bestimmten Ort im Körper: Das Gehirn. Wahrscheinlich ist dir schon bekannt, dass unser Gehirn Informationen, egal welcher Art, in Form elektrischer Signale verarbeitet und transportiert. Das gilt allerdings nicht nur für das Gehirn, sondern auch für motorische Signale an den Körper, die so mit dem Gehirn verbunden sind.
Dabei ist eine Sache wichtig: Je besser die Leiterbahnen für diese elektrischen Signale isoliert sind, desto besser und schneller funktioniert auch der Signaltransport.

Wenn eine Person nun übt, wird die Isolierung dieser Datenleitungen immer dicker und die Signale immer und immer schneller und präziser. Der Effekt ist immer der gleiche: die geübte Tätigkeit wird immer leichter für den Lernenden.

Eine tolle Darstellung dieses Aufbaus findest du übrigens in einem Video von TEDed mit dem Titel “How to practice effectively… for just about anything (ca. 5 Min.):

Falls du nach noch mehr Wissenschaft suchst: Die Leiterbahnen heißen Axon und deren Isolierung darum wird durch Myelin gebildet. Beides findest du im Detail auf Wikipedia.

Was leite ich daraus für meine Übungen ab?

Auch die Frage, wie Teilnehmer zu Übungs-Champions werden, lässt sich mithilfe dieses Prinzips beantworten. Im Kern kommt es auf folgende Dinge an:

1. Übungen zu Beginn sehr einfach halten
Die Isolierung der Leiterbahnen baut sich nach und nach auf. Am Anfang sind sie noch sehr schwach. Du solltest daher die Übungen zu Beginn sehr einfach halten. Mit der Zeit (und Wiederholung) werden sie stärker und die Übungen sollten entsprechend schwieriger werden.

2. Auf die korrekte Ausführung der Übung achten (Schwierigkeit anpassen)
Egal ob wir eine Übung korrekt oder fehlerhaft durchführen, wird ein Signal durch den Körper gesendet und trägt zum weiteren Isolieren dieses Signals bei. Wenn wir zu häufig falsche Ausführungen machen, prägen sich diese ein und werden schwieriger abzutrainieren. Deshalb: mit kleinen, aber korrekten Schritten beginnen.

3. Auf die Übung fokussieren und alle Störungen entfernen
Für eine präzise Ausführung einer Übung ist die Reduzierung von Störungen wichtig. Dafür können die Teilnehmer zum Beispiel ihre Smartphones und Tablets ausmachen. Kurze und präzise Übungsphasen sind besser als ausgedehntes, dafür abgelenktes Üben.

4. Die Übungen (auch motorische) im Gehirn fortsetzen
Egal ob es sich um intellektuelle oder motorische Übungen handelt: Im Gehirn sind es elektrische Signale. Also selbst wenn das Thema Körpersprache ist, trainiert das Gehirn durch bewusste Vorstellung einer Handlung weiter – durch das Ausbilden von Isolierungen. Das mentale Wiederholen von Übungen führt zu einem Trainingseffekt und kann deine Leistung steigern.

5. Die Übungen über einen ausgedehnten Zeitraum aufteilen
Das Ausbilden von Isolierungen der Leiterbahnen geschieht nicht von jetzt auf gleich. Damit das Gehirn trainiert werden kann, braucht es Zeit. Sorge also am besten dafür, dass deine Teilnehmer über einen längeren Zeitraum trainieren können. Zum Beispiel über gezielte Handlungsimpulse nach deiner Präsenzveranstaltung.

Was kannst du jetzt tun, um deine Übungen zu verbessern?

Nimm dir jetzt 5 Minuten Zeit und reflektiere über die Übungen deines letzten Trainings und beantworte folgende Fragen:

  • Sind die ersten Übungen einfach genug, um präzise durch meine Teilnehmer ausgeführt werden zu können?
  • Lasse ich meine Teilnehmer häufig genug die einfachen Übungen wiederholen, bevor ich schwierigere Übungen gebe?
  • Sind die Übungen kurz genug, damit sich meine Teilnehmer auf diese störungsfrei konzentrieren können?
  • Motiviere ich meine Teilnehmer ausreichend, dass diese die Übungen auch wirklich ausführe?

Wenn du diese Fragen alle mit “Ja” beantworten kannst, sind deine Übungen gut. Wenn du bei einer der Fragen das Gefühl hast “Nein” zu sagen oder die Frage nicht mit Sicherheit beantworten kannst, ist es immer eine gute Idee dir das Feedback direkt bei deinen Teilnehmern einzuholen. Denn so findest du schnell heraus, wie du an deinen Übungen feilen kannst.

Du möchtest noch genauer wissen, wie deine Übungen besser werden können? Schicke uns einfach eine kurze Liste aus Stichpunkten an info@blink.it und tausch dich mit uns aus. Wir sind gespannt!