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Von einem Lernvideo zum eigenen Online-Kurs

Geschrieben von Hans Peter Ludescher | Di, 05.01.2016

Du möchtest deinen eigenen Online-Kurs erstellen? Der Weg zu diesem Ziel kann im ersten Moment sehr langwierig erscheinen. Es ist nicht klar, ob der gewünschte Erfolg auch eintritt. Doch beachte einfach die hier beschriebenen Schritte, um deine Erfolgswahrscheinlichkeit deutlich zu erhöhen.

Klein anfangen und später ausbauen

Was soll nicht passieren? Du hast dir ein Thema überlegt und bist zum Entschluss gekommen, einen Online-Kurs zu diesem Thema zu erstellen. Du startest mit der Planung, überlegst dir ein gutes Konzept und produzierst fleißig deine Inhalte. Nach viel Arbeit ist das ganze Projekt endlich fertig. Du stellst deinen Kurs online und machst Werbung dafür.

Dabei stellst Du fest, dass ein anderer Trainer bereits einen Online-Kurs erstellt hat. Dieser Kurs behandelt das gleiche Thema und überschneidet sich in vielen Punkten mit deinen Inhalten. – Du lädst Freunde und Bekannte in deinen Kurs ein und bekommst die Rückmeldung, dass verschiedene Themen des Kurses bereits bekannt sind. – Gleichzeitig sagen dir einige Interessenten, dass Sie den Kurs buchen würden, aber ein paar wichtige Aspekte fehlen...

Wäre es nicht gut diese Informationen vor der Erstellung der Kursinhalte zu haben? Mit den folgenden drei Schritten vermeidest Du die oben beschriebenen Fehltritte und sammelst wichtige Informationen für deinen ersten Online-Kurs.

Schritt 1: Themen finden und Angebote entwickeln

Bevor du lange planst und das komplette Kursprogramm erstellst, reichen häufig ein paar kurze Tests, um herauszufinden, ob Du auf der richtigen Fährte bist.

  1. Mache eine Google Suche zu deinen Wunschthemen. Zum Beispiel tippst Du die Suchbegriffe „kommunikation online kurs“ in die Suchmaschine ein. So lernst du schnell, welche Themen bereits vorhanden sind. So eine Suchbegriff-Analyse verrät dir auch, welche Themen im Moment nachgefragt werden. Falls es ein Thema schon gibt, dann muss dein neues Angebot einen Mehrwert bieten. Das Problem deiner Zielgruppe muss besser/schneller/benutzerfreundlicher/günstiger gelöst werden. Sonst wirst Du dich nicht gegen das bestehende Angebot durchsetzen.
  2. Such dir deine Nische. Mit dem Suchbegriff „paare konflikt kommunikation online kurs“ könntest Du herausfinden, wie es um Angebot (und Nachfrage) zu diesem speziellen Thema im Bereich der Kommunikation steht. Wenn Du dich mit Kommunikation gut auskennst, dann kannst Du dich mit deinem Online-Kurs zu Paar-Kommunikation und Konflikte besser positionieren.
  3. Suchmaschinen sind nicht die einzige Informationsquelle. Achte darauf, ob bestimmte Themen im Gespräch mit Kunden und Bekannten häufig auftauchen. Was genau ist das Problem deiner Zielgruppe? Wie willst Du dieses Problem in einem Online-Kurs lösen? Ist ein Kurs überhaupt der richtige Weg?

Schritt 2: Tests und Experimente führen zum Erfolg

Soweit so gut. Du hast dein Thema und deine Nische gefunden. Zusätzlich verfügst Du über Wissen und Fähigkeiten ein Problem deiner Zielgruppe zu lösen. Dann kann die Planung ja losgehen. Oder doch nicht? Warum gleich einen ganzen Kurs erstellen, wenn zunächst ein kleines Experiment ausreicht? Zum Beispiel kannst Du mit drei bis fünf kurzen Videos zu einem Thema starten. Diese Videos kannst Du an einem Nachmittag produzieren. Dafür benötigst Du keine teure Ausrüstung. An der Qualität deiner Videos kannst Du nachträglich beliebig schrauben. Es geht darum herauszufinden, wie dein Angebot von der Zielgruppe wahrgenommen wird und ob deine Idee tragfähig ist. Zum Beispiel kannst Du das Video deinen Freunden und Bekannten schicken und um ein kurzes Feedback bitten. Oder Du zeigst das Video deinen Teilnehmern in einem Kurs und fragst was Du verbessern kannst.

Je mehr Personen dir ein Feedback geben, desto besser kannst Du abschätzen, an welchen Stellen etwas verändert werden kann. Sind Familie und Freunde von deiner Idee und deinen Videos überzeugt, dann wende dich an eine „fremde“ Gruppe. Je anonymer das Feedback, desto ehrlicher werden die Reaktionen sein. Poste ein Video auf deinem Social Media Profil. Dieses Feedback ist für dich dringend notwendig um dein Produkt (dein Kurs) reifen zu lassen. Nimmt mir nicht jemand meine Idee weg, wenn ich Videos öffentlich poste? Die Antwort: Nein. Das ist sehr unwahrscheinlich. Die Idee alleine ist nichts wert. Was zählt ist die Umsetzung. Außerdem handelt es sich ja nur um einen kleinen Ausschnitt.

Schritt 3: Von einem Video zu dem eigenen Online-Kurs

Wenn deine ersten Tests gut ankommen, dann erweitere die Inhalte zu einem vollständigen Kursprogramm. So kannst Du Schritt für Schritt deinen eigenen Online-Kurs erstellen. In der ersten Phase bereitest Du deine Inhalte vor und planst genau, was Du in jedem Kursabschnitt zeigen möchtest. Dabei nutzt Du die Rückmeldungen, welche Du in Schritt 1 und Schritt 2 bekommen hast. Das Ergebnis dieses Planungsprozesses ist eine Art Drehbuch. Nun startet die Produktion. Je besser deine Planung ist, desto schneller bist Du mit dem Produzieren fertig. Im letzten Schritt veröffentlichst Du deinen Online-Kurs. Ab jetzt können deine Kunden den Kurs buchen.

Online-Kurse als Erweiterung bestehender Angebote

Das Online-Magazin t3n hat vor kurzen ebenfalls einen Artikel zum Thema Online-Kurs erstellen veröffentlicht. Jeder kann mit einfachen Mitteln einen Online-Kurs erstellen. Dazu gibt es viele Anleitungen. Du als Trainer oder Coach hast den großen Vorteil, dass Du persönlich mit deiner Zielgruppe in Kontakt stehst. Jeder Präsenztermin ist für dich eine Chance, neue Themen zu entdecken und Rückmeldungen zu sammeln. Deine Online-Kurse stellen ein ergänzendes Angebot zu deinen Präsenzveranstaltungen dar. Wenn Du deine Teilnehmer in einer Präsenzveranstaltung von der Nützlichkeit deiner Inhalte bereits überzeugt hast, dann sind diese Teilnehmer sicherlich auch an weiterführenden Angeboten interessiert. Ob das so ist, kannst Du ja mit einem kleinen Test herausfinden!

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