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blink.it: Zukunftsaussicht: Die Corona-Revolution der Weiterbildung
3 Min. Lesezeit

Zukunftsaussicht: Die Corona-Revolution der Weiterbildung

Laura Evers
Mi, 13.05.2020

Durch die Corona-Krise rückt die Digitalisierung im Bildungsbereich in den Fokus. Wie könnte sich eine “Corona-Revolution” auf Unternehmen auswirken? Wir beleuchten die Chancen und Möglichkeiten für Personalentwickler in der zukünftigen Weiterbildung.

“Mal angenommen, durch das Coronavirus macht digitales Lernen in Deutschland einen großen Sprung nach vorne – würden wir dann nur noch von zuhause lernen?” – Dieser Frage geht der spannende Podcast der Tagesschau vom 19.03.2020 nach. In der Folge geht es hauptsächlich um die Entwicklung in Schulen und an Universitäten, die aktuell im Fokus einer “digitalen Revolution” stehen.

Nach dem Schul- oder Uni-Abschluss scheint auch die Digital-Diskussion zu enden, auch wenn das lebenslange Lernen in Unternehmen und privat weitergeht. Das hat mich dazu inspiriert, in diesem Artikel einen Schritt weiter zu denken:

Wie würde eine solche “Corona-Revolution” an Schulen die Weiterbildung in Unternehmen verändern?

Dafür fasse ich im Folgenden einige spannende Kernaussagen aus dem Podcast zusammen, und übertrage die Ergebnisse auf die Weiterbildung in Unternehmen:

Die Basis: Digitalkompetenzen im Schulsystem entwickeln

Deutschland hat Nachholbedarf bei den digitalen Kompetenzen, wie Ex-Google-Chef Christian Baudis auf der Learntec 2020 betonte. Das betrifft auch (und besonders stark) das Schulsystem: “Deutschland fehlt noch die Erkenntnis, dass es total wichtig ist, dass Kinder und Jugendliche (...) diese digitale Welt gut durchschauen und beherrschen”, heißt es im Tagesschau-Podcast.

Fakt ist: Kindern und jungen Erwachsenen fehlt es heute oftmals an wichtigen Digitalkompetenzen, und das ist nicht nur ein Problem für Schulen. Dieser Mangel zieht sich tendenziell bis hin zum zukünftigen Arbeitgeber.

Solang in vielen Unternehmen klassische Schulungen angeboten werden, die dem gewohnten Frontalunterricht der Schule entsprechen, ist fehlende Digitalkompetenz wohl zweitrangig. Folgen Unternehmen jedoch dem Trend, digitale Lernangebote für Mitarbeiter zu entwickeln, können sich fehlende Medien- und Digitalkompetenzen zu schwerwiegenden Blockaden entwickeln.

In der stärkeren Digitalkompetenz an Schulen liegt vermutlich die größte Chance für eine Revolution in Unternehmen: Das Ziel von digitalem Unterricht muss in Zukunft sein, Digital- und Medienkompetenzen aufzubauen, um die Kinder auf die Lebensrealität nach der Schule vorzubereiten.

Digitales Lernen an Schulen kann die Basis für zukünftige Weiterbildung in Unternehmen werden.

Digitales Lernen an Schulen kann die Basis für zukünftige Weiterbildung in Unternehmen werden.

Die Chance: Revolution in der betrieblichen Weiterbildung

Durch die aktuelle Krise könnte es durchaus zu einer Corona-Revolution in allen Phasen des lebenslangen Lernens kommen. Wichtig ist dabei, die Digitalisierung nicht als Selbstzweck zu sehen: “Es ist gar nicht der Anspruch, dass alles plötzlich digital sein muss. Sondern ‘digital’ muss da eingesetzt werden, wo es ein Mehrwert ist” – das gilt meiner Meinung nach gleichermaßen für Schulen und Unternehmen.

Lernen die zukünftigen Mitarbeiter diese wichtigen Kompetenzen schon in der Schule, könnte E-Learning in Unternehmen flächendeckend auf größere Akzeptanz stoßen. Junge Mitarbeiter wären in Zukunft idealerweise an selbstorganisiertes Lernen mit digitalen Hilfsmitteln gewöhnt und könnten diese diese Gewohnheiten reibungslos ins Arbeitsleben übernehmen.

“Digital lernen” bedeutet nicht “soziale Isolation”

Selbstverständlich gibt es auch kritische Stimmen zur digitalen Schule: Experten befürchten bei Schülern insbesondere eine soziale Isolation, wenn das Lernumfeld vollständig digital wird. 

Einen Schritt weiter sind dabei einige Universitäten. Ein Matheprofessor berichtet im Podcast von einer Kombination: Die theoretischen Vorlesungen werden als Videos online angeboten. Dadurch soll die Präsenzzeit sinnvoller genutzt werden, beispielsweise für Rückfragen oder Interaktionen.

Diese Angst vor sozialer Isolation bei rein digitalen Arbeiten und Lernen besteht oft auch in Unternehmen: Auch bei Seminaren oder Teamschulungen sind Kennenlernen, Austausch und gegenseitige Motivation beim Lernen wichtig. Für Trainings und Schulungen in Unternehmen bewährt sich seit Jahren das selbe Konzept wie in den Universitäten:

Mit der Verbindung von Präsenzschulungen und Online-Kursen können Unternehmen die Vorteile beider Lernmethoden parallel nutzen. Blended Learning könnte also eine Methode sein, die vom Bereich der Unternehmen und Universitäten auf Schulen zurückgespiegelt wird. Dadurch wäre die Verbindung von Präsenz- und Online-Lernen in Zukunft vielleicht das Allround-Lernkonzept für alle Altersklassen.

Lesetipp: Alles zu Blended Learning, der Verbindung von Präsenz- und Online-Lernen, findest du auf unserer umfangreichen Info-Seite "Blended Learning in der Praxis". 

Zur Infoseite "Blended Learning in der Praxis"

Fazit: So könnte die Zukunft der Weiterbildung aussehen

Für dich als Personalentwickler oder Trainer in Unternehmen bedeutet dieses Gedankenspiel:

  • Digitales Lernen wird zukünftig noch wichtiger, in allen Altersklassen von Schülern bis zu deinen (zukünftigen) Mitarbeitern.
  • Junge Mitarbeiter könnten zukünftig bessere Selbstlern- und Digitalkompetenzen mitbringen.
  • E-Learning und Blended Learning könnten zukünftig zum Standard-Angebot von Unternehmen gehören.
  • Du als Verantwortlicher musst deine eigenen Kompetenzen ebenfalls ausbauen, um mit der Entwicklung Schritt zu halten und Mitarbeitern hochwertige digitale Lerninhalte anzubieten.

Ob eine solche “Corona-Revolution” eintritt, werden die nächsten Jahre zeigen. Ziemlich sicher ist, dass die aktuelle Situation den Trend zum digitalen Lernen in Unternehmen nicht ausbremsen wird. Fraglich ist nur, wie stark der Schub für die Zukunft der Weiterbildung sein wird.


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