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Blended Learning in der Praxis

Blended Learning in der Praxis: Online-Kurse und Präsenzlernen verbinden

Über diese Seite

Blended Learning bedeutet die Vermischung verschiedener Lernformen. Der Begriff ist seit vielen Jahren ein gängiger Ausdruck für den Trend, klassische Lernformen mit Online-Lernplattformen zu verknüpfen. Was das genau bedeutet, wo Blended Learning in der Praxis zum Einsatz kommt und was die Vorteile davon sind – all das erfährst du auf dieser Seite.

Das bedeutet Blended Learning

Präsenzlernen + E-Learning = Blended Learning


Suchst du in der deutschen Wikipedia-Seite nach Blended Learning, wirst du direkt weitergeleitet zum Eintrag über „Integriertes Lernen“. Dort ist ganz oben ein Hinweis platziert, dass diese Seite unvollständig ist. Blended Learning ist zwar auch im DACH-Raum seit vielen Jahren ein Begriff, doch andere Länder wie die USA sind hier schon einige Schritte weiter.

Im folgenden Abschnitt erfährst du, was genau mit Blended Learning gemeint ist, wo der Begriff herstammt und in welchen Bereichen die Methode zum Einsatz kommt.

 

Schaubild: Das ist Blended Learning – Präsenzlernen und e-Learning


Blended Learning meint die sinnvolle Verzahnung von verschiedenen Lernformen – meistens sind das klassisches Präsenzlernen (live) und E-Learning (zeit- und ortsunabhängig).

Definition

Blended Learning ist die Vermischung verschiedener Lernformen und meint meistens eine Verzahnung von klassischem Präsenzlernen (Seminare, Workshops etc.) mit online-gesteuerter Selbstlernphase. Dabei liegt die Betonung auf Verzahnung, denn ein einfaches Zusammenführen zweier Lernformen ist noch kein Blended Learning.

Der Verband der europäischen Blended-Learning-Akteure e.V. (blended-learning-network.eu) beschreibt das folgendermaßen:

“Bei Blended Learning werden die sehr unterschiedlichen Lernformen so verzahnt und zu einer Einheit zusammengeführt, dass es gelingt, die Vorteile der jeweiligen Lernform einzubringen und die Nachteile der jeweils anderen Lernform zu kompensieren”.

Ein alternativer Begriff für Blended Learning lautet daher auch “integriertes Lernen”, da hier eine Lernform in das Gesamtkonzept des anderen integriert wird. Da es bei diesem Ausdruck jedoch zu Verwechslungsmöglichkeiten kommen kann, beschränken wir uns auf die englischsprachige Variante “Blended Learning”.

Begriffsherkunft

“Blended” kennen wir in anderen Zusammenhängen als Blended Tee oder Blended Whisky. Genau wie im Blended Learning werden hier verschiedene Bestandteile gemischt und neu zusammengefügt. In den 1970ern sprach man von “hybriden Lernformen” und meinte damit die Vermischung der (damals neuen) Medien Video und Audio mit klassischen Lernformen. In den 1980ern kam der Einsatz von Computern hinzu und entfachte erneut eine Diskussion um die bestmögliche Integration neuer und herkömmlicher Vermittlungsformen.

Einsatzfelder

Blended Learning kann grundsätzlich in allen Bereichen von Lehre und Lernen eingesetzt werden. Die größten Felder sind dabei Schulen und Universitäten, die berufliche Ausbildung sowie die berufliche Fort- und Weiterbildung. 

(Hoch)Schulen: In sämtlichen schulischen Kontexten ist Blended Learning eine mögliche Einsatzmethode. Allerdings ist der DACH-Raum hier aktuell noch nicht so weit wie beispielsweise die USA, in denen vielerorts Google Classroom schon ein festes Instrument geworden ist. Bei uns dominiert hingegen nach wie vor das “klassische” Präsenzlernen und bei Verwendung von e-Learning-Elementen sind diese häufig nicht adäquat in ein Blended-Learning-Gesamtkonzept eingebunden.

Ausbildung: Dass Blended Learning in der Ausbildung eine effektive Lösung ist, das entdecken in den letzten Jahren immer mehr Personaler und Ausbilder. Anja Schulz und Marcel Martsch haben beispielsweise im Projekt „Blended Learning – Die neue Rolle der Ausbilder” einen Fokus auf den Einsatz sogenannter Blended-Learning-Tutoren gelegt, die als Experten ihre Azubis nicht nur klassisch ausbilden, sondern ihnen auch digitale Lernmethoden vermitteln.

Fort- und Weiterbildung: Im beruflichen Kontext ist Blended Learning unter anderem deshalb hervorragend geeignet, weil erwachsene Teilnehmer häufig stark in einen eng getakteten Alltag eingebunden sind. Da ist eine selbstgesteuerte Onlinephase eine praktische Ergänzung zum Präsenztraining mit fixem Datum.

Besonders geeignet für den Einsatz von Blended Learning im beruflichen Kontext ist laut eLearning Journal der Vertrieb, dicht gefolgt von Kundendienst und Verwaltung (Quelle: eLearning Benchmarking Studie 2016).

Neben klassischer Soft-Skill-Weiterbildung oder der technischen Einführung in ein neues Tool ist auch der Bereich des Onboarding für Blended Learning geeignet. Zusammengefasst ist Blended Learning in der beruflichen Fort- und Weiterbildung immer dann zweckdienlich, wenn personenübergreifende Inhalte nachhaltig vermittelt werden sollen.

Ein Mix aus Selbst- und Fremdsteuerung

Was Blended Learning ausmacht, ist eine gute Mischung aus fremdgesteuerten und selbstgesteuerten Prozessen. Dabei ist die Präsenzphase eher fremdgesteuert und die Onlinephase eher selbstgesteuert. Beide Prozesse haben Vor- und Nachteile, die im Blended Learning durch die Verzahnung mit der jeweils anderen Phase betont bzw. abgemildert werden.

 

Grafik: Blended Learning hat fremdgesteuerte und selbstgesteuerte Elemente

 

Abschließend noch ein Hinweis zur Einordnung von Selbst- und Fremdsteuerung: In der Fachliteratur werden selbstgesteuerte Prozesse häufig eng in Verbindung mit neuen Medien gebracht. Das ist insofern richtig als dass sie ein hohes Interaktions- und Erkundungspotenzial haben (vgl. H.-Hugo Kremer: Medienentwicklung für Blended Learning Maßnahmen, 2005). Allerdings kann auch ein Vortrag medial übertragen werden und ist dadurch nicht wesentlich selbstgesteuerter als ein Vortrag, der live und vor Ort stattfindet.

Erfolg von Blended Learning in Schulungen und Trainings

Blended Learning ist kein neuer Trend in 2018, sondern hat seinen Ruf als das Zukunftsmodell der Bildungsbranche schon seit weit über einem Jahrzehnt fest inne. So befragt die Trendstudie Learning Delphi seit 2006 Experten aus der DACH-Region, welche Lernformen zukünftig eine hohe Bedeutung haben werden. Dabei lag im mmb-Trendmonitor in den letzten fünf Jahren die Zustimmung zu Blended Learning als Zukunftstrend konstant bei über 95%:

Zustimmung zu: zentrale Bedeutung als Lehrform in den nächsten 3 JahrenQuelle: mmb-Trendmonitor 2017/2018020406080100Blended LearningVideos/ErklärfilmeMicrolearningMobile AppsWebinareWeb Based TrainingsMicro Blogging

 

Quelle der Daten aus der Grafik: mmb-Trendmonitor 2017/2918

Auch experimentelle Studien unterstreichen die Bedeutung von Blended Learning. So zum Beispiel die universitäre Studie von Demirer und Sahin im Jahr 2013, bei der die Versuchsgruppe mit Blended Learning 10-12% das Gelernte erfolgreicher in die Praxis umsetzen konnten als die Kontrollgruppe, die ausschließlich mit Frontalunterricht lernte (Demirer und Sahin, 2013).

Vorteile für Lerner mit Blended Learning

Durch die Verzahnung verschiedener Lernmethoden ergeben sich etliche Vorteile von Blended Learning im Vergleich zu klassischem Präsenzlernen oder reinem E-Learning. Wir stellen im Folgenden die wichtigsten Vorteile kurz dar.

Blended Learning spricht alle Lerntypen an: Verschiedene “Lerntypen” erhalten so die Gelegenheit, ihre favorisierte Lernmethode für den größtmöglichen Erfolg zu verwenden. Jemand, der ungern einer anderen Person länger am Stück zuhört und Konzentrationsschwierigkeiten dabei hat, kann sich zum Beispiel in der Selbstlernphase das Gehörte in kleinen Textbausteinen noch einmal verinnerlichen. Praktisch veranlagte Lerner können bei der Ausführung der Lerninhalte in den eigenen vier Wänden ihre Zeit selbst so einteilen, dass sie direkt eine Übung anschließen – und so weiter.

Blended Learning heißt große Selbstbestimmung: Der Lerner entscheidet, wann und wo er sich mit den Inhalten während der Onlinephase auseinandersetzt. Dadurch kann jeder die optimalen Lernbedingungen für sich persönlich aussuchen. Frühaufsteher oder Nachteule? Learning by doing oder intensive Theorie-Auseinandersetzung? Aufgeräumter Schreibtisch oder Lernen am Hauptbahnhof? Jeder kommt auf seine Kosten.

Blended Learning bringt alle Lerner auf dasselbe Level: In der Präsenzphase entsteht durch die vorhergegangene Onlinephase kaum ein Gefälle zwischen den Lernern. Im Idealfall hat so jeder Teilnehmer des Blended Learning den gleichen Wissensstand. Der positive Effekt ist  eindeutig: Lerner werden weder über- noch unterfordert und bleiben motiviert und leistungsstark.

Methoden im Blended Learning

Wer von Blended Learning spricht, meint eine grundsätzliche Idee: Präsenzlernen mit online-gesteuertem Selbstlernen zu verbinden. Die praktische Umsetzung kann jeweils völlig unterschiedlich aussehen. Einige Modelle und Methoden sind in Kombination mit Blended Learning besonders geeignet – wir zeigen im Folgenden die häufigsten Modelle und erklären die Lernmethode Microlearning.

Typische Kombinations-Modelle

Wichtig ist: Blended Learning ist kein Oberbegriff für eine Non-Plus-Ultra-Strategie. Je nach Rahmenbedingung kommen verschiedene Modelle in Betracht. In manchen Situationen ist ein Schwerpunkt auf der Onlinephase sinnvoll, in anderen auf der Präsenzphase. Dabei sind die Kombinationsmöglichkeiten nahezu unendlich, wobei sich in der Praxis einige typische Modelle durchgesetzt haben.

Hier sind drei typische Modelle im Blended Learning:

Blended Learning Modell: Der Springer – abwechselnd Präsenz und Online

Der Springer: Hier sind Online- und Präsenzphasen etwa gleichermaßen wichtig.

 

Blended Learning Modell: Der Reiher – erst Präsenz, dann Online

Der Reiher: Hier liegt der Schwerpunkt auf der Präsenzphase.

 

Blended-Learning-Modell: Das Sandwich – Präsenz wird von Online umschlossen

Das Sandwich: Hier liegt der Schwerpunkt auf der Onlinephase.

 

Microlearning

Das Lernen in kleinen Lerneinheiten bezeichnet man als Mikrolernen, gängig in der englischen Variante “Microlearning”. Die Idee: Wer sich immer wieder zehn Minuten Zeit zum Lernen nimmt, verarbeitet Informationen tendenziell besser und nachhaltiger als jemand, der sich einmalig zwei Stunden am Stück mit einem Thema beschäftigt.

Sowohl der Konsum als auch die Erstellung dieser Lernhäppchen sollte also in möglichst kurzer Zeit erfolgen und inhaltlich stark fokussiert sein. In Kombination mit Blended Learning funktioniert Microlearning deshalb so gut, weil die Hemmschwelle niedriger ist, mit dem Lernen anzufangen: Ein paar Minuten können die meisten schnell mal in ihren Alltag einbauen.

Abgrenzung zu E-Learning

Neben Blended Learning ist auch E-Learning in den letzten Jahren ein Begriff geworden, der häufig im Zusammenhang mit neuen Lernformen fällt.

E-Learning bezeichnet dabei zunächst nicht mehr als dass Lehren und Lernen durch elektronischen Medien jeglicher Art unterstützt wird: “Es umfasst beispielsweise Computer Based Training (...), Web Based Training mit dem Internet sowie Kommunikationsformen wie E-Mails, Chats und Diskussionsforen. Darüber hinaus werden auch Bildungsfernsehen und Online-Seminare dem E-Learning zugerechnet” (Stäudel 2008, S. 104).

Der große Vorteil von E-Learning ist die hohe Selbstständigkeit des Lernenden. Ein Nachteil bei reinem E-Learning ist jedoch die fehlende Verbindlichkeit und fehlende persönliche Betreuung. In folgender Tabelle sind die drei größten Potenziale und Probleme bei E-Learning aufgeführt:

 

Potenziale von E-Learning
individuelles Lerntempo
zeit- und ortsunabhängig
Zugriffsmöglichkeiten auf eine Vielzahl an digitalen Inhalten
Probleme bei E-Learning
fehlende persönliche Betreuung
hohe Unverbindlichkeit
technische Ausstattung nötig

 

Im Blended Learning wird E-Learning mit Präsenzlernen verzahnt. Präsenzlernen bezeichnet "eine Form der Lehre, bei der Lehrer und Lernende zur gleichen Zeit an einem bestimmten Ort zusammenteffen" (Wikipedia: Präsenzlehre). Der größte Vorteil von klassischem Präsenzlernen ist die intensive Betreuungsmöglichkeit einzelner Teilnehmer. Ein Nachteil ist die Abhängigkeit von Zeit und Ort und die eingeschränkte Transferleistung.

 

Potenziale von Präsenzlernen
persönliche Betreuung
hohe Verbindlichkeit
Vertiefung von komplexeren Inhalten
Probleme bei Präsenzlernen
beschränkter Material-Einsatz
zeitgebunden
fehlende Transfermöglichkeit nach der Veranstaltung 

Achtung: In vielen Quellen wird Blended Learning in Online- und Offline-Phasen eingeteilt. Das trifft jedoch nicht ganz den Grundgedanken von Blended Learning, Präsenzlernen mit E-Learning zu verbinden. Denn Präsenz bedeutet grundsätzlich nur Anwesenheit. Wir schließen daher sämtliche synchron ablaufende Veranstaltungen unter den Begriff Präsenzlernen ein. So auch Webinare, bei denen Kursleiter und Teilnehmer zur gleichen Zeit am gleichen Ort sind – auch wenn der Ort eben digital ist und jeder diesen digitalen Ort vom eigenen Schreibtisch aus besuchen kann.

Wesentliche Elemente von Blended Learning

Damit ein Blended Learning zum Blended Learning wird, müssen einige wesentliche Elemente vorhanden sein. Zum Bausatz gehören mindestens:

  • eine Person, die teilnimmt (Teilnehmer)
  • eine Person, die das Blended Learning leitet (Kursleiter)
  • eine Präsenzveranstaltung
  • eine Online-Plattform
  • ein Online-Inhalt

Grafik: Die wesentlichen Elemente von Blended Learning – Präsenzveranstaltung, Kursleiter, Teilnehmer und Online-Plattform

 

Schaubild: Diese Elemente sind wesentliche Bestandteile von Blended Learning

Anforderungen an Blended Learning

Sind die wesentlichen Elemente zu einem Blended Learning gegeben, so unterliegen diese einigen grundsätzlichen Anforderungen, um den erhofften Erfolg zu erzielen.

Präsenztraining

Das Präsenztraining ist in den meisten Blended-Learning-Modellen der zentrale Kern. Hier treffen alle Beteiligten persönlich aufeinander – auch wenn es “nur” in Form eines Webinars über Live-Chat oder Live-Telefonie ist. Daher sollte im Präsenztraining diese Tatsache als Stärke betont werden, zum Beispiel in Form von offenen Fragerunden oder anderen Formen des persönlichen Austauschs untereinander.

Inhaltlich können in einem Präsenztraining, das in ein Blended Learning eingebunden ist, fachlich anspruchsvollere Themen behandelt werden als ohne Blended Learning: Einführende Lektionen und Basiswissen kann vor der ersten Präsenzveranstaltung online stattfinden, denn dafür ist eine persönliche Betreuung meist nicht notwendig.

Software für Blended Learning

Um eine passende Online-Begleitung im Blended Learning zu finden, ist die Wahl einer Software notwendig. Die Anforderungen hier variieren natürlich je nach gewähltem Blended-Learning-Modell und dem eigenen Lernkonzept. Grundsätzlich sollten aber einige Eigenschaften erfüllt sein:

  • Integrationsfreundlichkeit: geeignet für alle gängigen Betriebssysteme (Windows, Macintosh) und alle gängigen Browser (Google Chrome, Firefox, Internet Explorer)
  • Nutzerfreundlichkeit: Ohne spezielle IT-Kenntnisse verwendbar und eine übersichtliche Navigation
  • Datenfreundlichkeit: Ein transparenter Umgang mit Userdaten und ein vertrauenswürdiger Anbieter

Wir haben hier nur die grundlegenden Anforderungen an eine Blended-Learning-Software aufgeführt. Eine kostenlose Testversion, ein guter Support und viele andere Kriterien sind ebenfalls Zeichen einer guten Software. Nicht zuletzt sind die Funktionen (Kommentarfelder, Quiz, Videoupload oder Ähnliches) ausschlaggebend und sollten zum Gesamtkonzept des Blended Learning passen.

Grafik: Blended Learning funktioniert auf verschiedenen Geräten – ob Laptop, Tablet oder Smartphone

Optimalerweise ist eine Software für Blended Learning so konzipiert, dass sie auf verschiedenen Geräten gut funktioniert.

Didaktisches Konzept für Blended Learning

Neben einem hochwertigen Präsenztraining und einer hochwertigen Software ist das didaktische Gesamtkonzept entscheidend für den Erfolg eines Blended Learning. Hier auf alle Einzelheiten einzugehen würde weit über die Anforderungen von Blended Learning hinausgehen, doch zwei Qualitätssiegel sind an dieser Stelle insbesondere zu nennen: Ein guter Medieneinsatz und klare Handlungsaufforderungen.

Qualität durch guten Medieneinsatz: Ein gutes Blended Learning besticht durch hervorragenden Medieneinsatz. Dabei ist nicht nur die Vielfältigkeit verschiedener Medien von Bedeutung, sondern auch die adequate Verknüpfung untereinander.

Besonders beliebt bei Lernenden und Lehrenden sind Erklärvideos. So ist laut Trendmonitor 2018 bei keinem anderen Werkzeug zu digitalem Lernen die Zustimmung so hoch wie bei Erklärvideos.

Videos sind nicht nur anschaulich und unterhaltsamer als beispielsweise reiner Text, sondern sparen oft auch Zeit. Beim Einsatz von Videos im Blended Learning ist es daher besonders wichtig, dass diese so kurz wie möglich gehalten werden (idealerweise zwischen 30 Sekunden und 3 Minuten). Falls du noch genauer wissen möchtest, worauf es bei Videos ankommt kannst du entweder über Google viele hilfreiche Quellen finden oder in unserem Blog zum Thema Videos nachsehen.

Qualität durch klare Handlungsaufforderungen: Neben einem gut gewählten Medieneinsatz ist die durchgängige Verwendung klarer Handlungsaufforderungen von elementarer Bedeutung im Blended Learning. Was im Präsenzlernen selbstverständlich ist, darf auch in der Online-Begleitung nicht zu kurz sein: der Lehrende muss zu jeder Zeit klar vermitteln, welche Aufgabe der Lernende als nächstes zu tun hat.

Der Grund liegt auf der Hand: Auch wenn die Onlinephase grundsätzlich selbstgesteuert ist, erleichtern klare Handlungsaufforderungen dem Lernenden, voran zu kommen. Im Fachjargon gebräuchlich ist hier der englische Begriff Call-to-Actions (CTA).

Eine klare Handlungsaufforderung ist dabei:

  • fokussiert auf genau einen Schritt
  • innerhalb von 5 Minuten nach der Aufforderung direkt umsetzbar oder planbar
  • innerhalb von 1–3 Sätzen verständlich formuliert

Beispiel für eine klare Handlungsaufforderung: „Nimm dir jetzt fünf Minuten Zeit, den verlinkten Text zu lesen und alle Begriffe zu markieren, die im Zusammenhang mit Blended Learning stehen. Teile dann dein Ergebnis in den Kommentaren.“

Kritik an Blended Learning

Obwohl die Resonanz auf Blended Learning in der Fachwelt allgemein sehr positiv ist, gibt es hin und wieder Kritik an dem Konzept, die hier nicht übergangen werden soll. Die drei häufigsten Kritikpunkte sind:

  • Hohe didaktische Ansprüche an Trainer und Lehrer
  • Technische Hindernisse
  • Einschränkung bei Lerninhalten

Hohe didaktische Ansprüche an Trainer und Lehrer

So wird hin und wieder kritisiert, dass die Qualitätskriterien des didaktischen Konzepts (siehe oben) recht hoch sind. Dadurch ist der Anspruch an die Leitung des Blended Learning – sprich den Lehrer, Trainer oder Weiterbildner – relativ hoch. Für Einsteiger im Bereich des Bildungswesens ist Blended Learning daher eher weniger geeignet.

Hinweis: Diese Einschränkung gilt nur auf der Seite der leitenden Person. Für Teilnehmer sind die Ansprüche nicht zwangsweise höher oder niedriger als bei der klassischen Wissensvermittlung.

Ob der hohe didaktische Anspruch für dich als Trainer oder Lehrer eine Barriere sein könnte, kannst du das in einem schnellen Selbsttest herausfinden: Lade dir dazu die Anleitung „4 Methoden als Blended Learning konzipieren“ herunter und erstelle in 45 Minuten ein Mini-Blended-Learning. Das Ergebnis muss alles andere als perfekt sein! Aber du merkst so recht schnell, ob du grundsätzlich mit der Didaktik von Blended Learning etwas anfangen kannst. 

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Technische Hindernisse bei Blended Learning

Auch die Verwendung einer digitalen Plattform wird manchmal als Kritikpunkt am Blended Learning gesehen. Zum einen, weil ein gewisses technisches Grundverständnis sowohl auf Leitungs- als auch auf Anwenderseite vorhanden sein sollte. Zum anderen, weil Technik grundsätzlich fehleranfällig ist und bei Problemen Support von außen notwendig ist.

Verfechter von Blended Learning merken bei diesen technischen Kritikpunkten an, dass erstens eine gute Plattform so einfach aufgebaut ist, dass wirklich nur minimale digitale Grundkenntnisse  vorhanden sein müssen. Zweitens gilt die Fehleranfälligkeit für Menschen mindestens genauso sehr wie für Maschinen und auch hier sollte die gewählte Blended-Learning-Plattform so gewählt werden, dass in Notfällen ein guter Support gegeben ist.

Falls du dir selbst ein Bild machen möchtest, wie kompliziert oder einfach die Technik für Blended Learning sein kann, kannst du dir hier eine 20-Minütige Einführungs-Demo buchen.

Einschränkung bei Lerninhalten

Weiterhin gibt es einige (wenige) Lerninhalte, für die vor allem der E-Learning Anteil an Blended Learning nur eingeschränkt zu empfehlen ist. So sind beispielsweise Sprachkurse, in denen ein Fokus auf Sprechtraining liegt, in der Selbstlernphase nicht gut überprüfbar.

Grundsätzlich lassen sich solche Trainings jedoch auch mit Blended Learning umsetzen, indem ein passendes Modell ausgesucht wird. Im Beispiel der Sprachkurse wäre das ein Modell, bei dem häufige Präsenzveranstaltungen inkludiert sind.

In der Regel ist dieser Punkt jedoch keine echte Einschränkung bei der Umsetzung von Blended Learning. Wichtig ist nur, dass das Blended-Learning-Modell zum Inhalt passt: Geht es um stark praktisch orientierte Inhalte wie Sprachtraining oder Sportkurse, so sollte das Verhältnis Präsenz zu Online eher bei 70% zu 30% liegen als umgekehrt!

Du bist unsicher, ob sich dein Inhalt eignet? Darauf gibt es keine pauschale Antwort – wahrscheinlich hilft ein Gespräch mit Blended-Learning-Experten oder du probierst es in einer Testphase einfach aus.

Praxisbeispiele für Blended Learning in Trainings

Neben der Theorie zu Blended Learning sollten an dieser Stelle auch einige Praxisbeispiele genannt werden. Unser Fokus liegt hier auf Anwendungsfällen in Trainings, Coachings und Beratungen.

Dafür beginnen wir mit realen Praxisbeispielen aus der blink.it Web-App und nennen dann beispielhaft zwei unterschiedliche Anwender, die Blended Learning im eigenen Geschäft erfolgreich verwenden.

Umsetzung von Blended Learning und Microlearning am Beispiel blink.it

Wie weiter oben beschrieben ist Blended Learning besonders effektiv, wenn man in der online-gesteuerten Selbstlernphase auf die Methode Microlearning setzt. Das folgende Video zeigt beispielhaft, wie ein Micro-Inhalt in Form eines Begrüßungsvideos zu Beginn des Blended Learning aussehen kann:

 

 

Das Video ist hier aus dem Zusammenhang des gesamten Blended Learning gerissen und wird erst im Überblick wirklich anschaulich: Bei blink.it werden nach dem Prinzip des Microlearning alle Inhalte in kleine „Blinks“ geteilt, die schnell erstellt und schnell konsumiert sind. Das Video von Sebastian oben ist ein solcher Blink.

So sieht ein kompletter blink.it-Kurs in der Übersicht aus:

Screenshot: Ein beispielhafter Online-Kurs für Blended Learning

Die Ansicht ist für Leiter und Teilnehmer quasi identisch. Falls du einen blink.it-Kurs selbst testen möchtest, kannst du das in diesem Beispielkurs tun.

Praxisbeispiel Blended Learning: Dennis Tröger

„Online-Kurse sind kein Substitut für Präsenztrainings“ – das ist die Aussage von Dennis Tröger, der Experte im Blended Learning ist. Zum einen berät er seine Kunden fachlich rund um den Einsatz von Online-Kursen, zum anderen setzt er selbst eben nicht nur auf Online-Inhalte, sondern auf Blended Learning.

Das Blended-Learning-Modell von Dennis Tröger ähnelt dem oben dargestellten „Sandwich“: Teilnehmer seiner Online-Kurse können sich vor und nach der Präsenzveranstaltung über einführende bzw. vertiefende Inhalte informieren und werden zu verschiedenen Übungen aufgefordert.

Dabei sind finden seine Präsenztermine in Form von Webinaren statt. Hier treffen sich Dennis Tröger und die Teilnehmer seines Blended Learning zu einem bestimmten Zeitpunkt live online. Für alle, die nicht live dabei sein können, wird das Webinar aufgezeichnet.

Dennis Tröger begründet seine Wahl von Blended Learning so: „Im Live-Webinar sind alle bereits auf dem selben Level, weil sie zuvor an meiner Online-Begleitung teilgenommen haben. Alle Fragen, die dabei aufgetaucht sind, kann ich im Webinar dann persönlich beantworten.“

 

Praxisbeispiel Blended Learning: Normen Ulbrich

„Ich setze auf individuell angepasstes Blended Learning, bei dem die klassischen Präsenzveranstaltungen durch Online-Impulse nachhaltig unterstützt werden“ – meint Normen Ulbrich von imnu Personalentwicklung. Der Trainer sieht sich selbst als Prozessbegleiter und will mit Blended Learning bewährte Methoden so verknüpfen, dass der Teilnehmer sein Potenzial voll ausschöpfen kann.  

Das Blended-Learning-Modell von Normen Ulbrich ähnelt dem oben dargestellten „Springer“: Zu Beginn steht immer eine Präsenzveranstaltung, bei der die persönliche Begegnung wichtig für den Aufbau von Vertrauen ist. Im darauffolgenden Training wechseln sich weitere Präsenzveranstaltungen mit kurzen Online-Impulsen ab.

Weiterführende Informationen zu Blended Learning

Auf dieser Seite sind die wesentlichen Aspekte rund um Blended Learning dargestellt. Der Fokus liegt dabei auf Blended Learning für erwachsene Teilnehmer – beispielsweise in unternehmensinternen Weiterbildungen, in der Ausbildung oder im Coaching.

Natürlich gibt es über Blended Learning aber noch viel mehr zu erfahren, als wir hier abbilden können. Im Folgenden gehen wir daher auf Ausbildungsmöglichkeiten rund um Blended Learning ein und stellen abschließend eine Auswahl an Fachliteratur und Online-Inhalten vor.

Ausbildungsmöglichkeiten für Anwender von Blended Learning

Für Trainer, Lehrer oder Coaches gibt es einige Ausbildungsmöglichkeiten, um als optimal mit Blended Learning starten zu können. Verschiedene Anbieter verleihen Zertifikate oder geben Crashkurse in den wesentlichen Aspekten von Blended Learning.

Zertifikat: Blended Learning Designer

Crashkurs: Videoerstellung, Online-Begleitung und Produktvermarktung

Zitierte und weiterführende Fachliteratur rund um Blended Learning

Zu Blended Learning ist eine Vielzahl an Fachliteratur vorhanden. Digitale verfügbare Quellen sind direkt im oben genannten Zusammenhang verlinkt, alle weiteren Quellen der angegebenen Fachliteratur findest du in folgendem Verzeichnis.

Wir nennen hier neben den oben zitierten Quellen eine Auswahl an Werken, die zur vertiefenden Information über Blended Learning dienen. Diese Liste werden wir regelmäßig aktualisieren und ergänzen.

Zitierte Literatur

  • V. Demirer und I. Sahin: Effect of blended learning environment on transfer of learning: an experimental study. Journal of Computer Assisted Learning, Vol. 29, 2013. 
  • T. Stäudel: Handlungskompetenz für Auszubildende. Band 1: Anforderungen, Bedarf und Maßnahmen für Schlüsselkompetenzen im gewerblich-technischen Bereich. Pabst Science Publishers, 2008: Lengerich.

Weiterführende Literatur

  • H.-H. Kremer: Medienentwicklung für Blended Learning Maßnahmen. Wirtschaftspädagogische Beiträge, Heft 11. November 2005: Paderborn.
  • A. Schulz und M. Martsch: Blended Learning – Die neue Rolle der Ausbilder. Institut für Berufs- und Betriebspädagogik, Otto-von-Guericke-Universität, Juli 2011: Magdeburg.
  • D. Euler: Unterrichtsentwicklung III: Potenziale von eLearning zur Unterstützung des selbst gesteuerten und kooperativen Lernens in der beruflichen Erstausbildung. Institut für Wirtschaftspädagogik der Universität St. Gallen, 2004: St. Galllen.
  • N. Ojstersek: Betreuungskonzepte beim Blended Learning – Gestaltung und Organisation tutorieller Betreuung. Medien in der Wissenschaft; Band 41, Waxmann Verlag GmbH, 2007: Münster.
  • J. Erpenbeck, S. Sauter et al: E-Learning und Blended Learning – Selbstgesteuerte Lernprozesse zum Wissensaufbau und zur Qualifizierung. Springer Gabler, 2015: Wiesbaden.

Weiterführende Online-Inhalte

Auch auf verschiedenen Webseiten und Blogs findest du zahlreiche Informationen zu Blended Learning. In unserer Auswahl sind verschiedene Ansätze und Meinungen zu diesem Themengebiet enthalten, die nicht automatisch unsere Auffassung von Blended Learning widerspiegeln. Die Reihenfolge ist alphabetisch.

Hinweis: Manche Texte sind in englischer Sprache und der Stand unseres letzten Aufrufs ist der 27. Juni 2018.

Vertiefende Inhalte von blink.it

Die Redaktion von blink.it widmet sich zu 100% der Frage, wie Blended Learning einfach, schnell und hochwertig gelingen kann. Dafür haben wir bereits einige Hilfsmittel erstellt. Die Ideen stammen zum einen aus der langjährigen Erfahrung mit Trainern und Coaches, zum anderen aus einer intensiven Recherche und Auseinandersetzung mit dem Thema Blended Learning.

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