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Trainings erweitern: So berechnest du den Preis für deinen Online-Kurs

Corinna Günther
Mo., 21.10.2019

Wenn du als Trainer oder Coach dein Angebot um einen Online-Kurs erweiterst, steht bald die Preisfrage im Raum: Wie viel kann ich dafür verlangen? Erfahre im Artikel, welche Faktoren bei dieser Entscheidung helfen und welche Preismodelle möglich sind.

Zahlen, bitte!

Welchen Preis kann ich für meinen Online-Kurs verlangen? Diese Frage hören wir bei blink.it sehr häufig. Und klar ist: Wir können dir leider keine pauschale Aussage in Form von konkreten Zahlen geben.

Dennoch: Aus jahrelanger Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Kunden können wir dir Impulse geben, die dir helfen, einen Preis zu bestimmen. Ich habe dazu unseren Sales-Experten Hans-Martin Sprungk gefragt: Welchen Tipp hast du für Trainer/Coaches/Berater, die die Kosten für ihr Online-Angebot berechnen wollen?

Die Antworten fasse ich dir in diesem Artikel zusammen. Dabei geht es vor allem um folgende vier Kernfragen:

  1. Welchen Preis kann ich für meinen reinen Online-Kurs verlangen?
  2. Welchen Preis kann ich für mein Blended Learning verlangen?
  3. Sollte ich erst einmal einen besonders günstigen Preis verlangen?
  4. Kann es sinnvoll sein, meinen Online-Kurs kostenlos anzubieten?

1. Welchen Preis kann ich für meinen reinen Online-Kurs verlangen?

Die erste Frage stellen sich Trainer und Coaches, die einen Online-Kurs anbieten, der in sich geschlossen ist – und unabhängig ist von sonstigen Angeboten. Heißt: Der Kunde sieht den Online-Kurs beispielsweise auf deiner Webseite und erhält für Preis X den Zugang dazu.

Wie hoch ist jetzt aber Preis X? Von null Euro bis 1.000 Euro sei alles denkbar, meint Verkaufs-Experte Hans-Martin Sprungk. Erfahrungsgemäß liege die realistische Preisspanne eher zwischen 10 und 100 Euro für einen einzelnen Online-Kurs. Doch die Entscheidung für den Preis solltest du von mehreren Faktoren abhängig machen.

Vier Faktoren, die den Preis für deinen reinen Online-Kurs beeinflussen

  1. Der Umfang (Anzahl Lerneinheiten)
  2. Der Inhalt (Qualität)
  3. Das Thema (Seltenheit und aktuelle Relevanz)
  4. Dein Marketing (finanzielle Ausgaben und dein eigenes Standing am Markt)

Tipp 1: Vielleicht hilft eine fiktive Skala bei der Entscheidung: Stell dir vor, 1.000 Euro kostet ein Kurs, wenn alle vier Faktoren besonders gut erfüllt sind. Null Euro, wenn quasi gar nichts davon vorhanden ist. Wie würdest du dich in dieser Skala selbst realistisch einschätzen?

Tipp 2: Preise für Online-Kurse sind in der Regel öffentlich einsehbar. Recherchiere nach den Preisen deiner Konkurrenz und erhalte ein Bild davon, was der aktuelle Markt hergibt.


2. Welchen Preis kann ich für mein Blended Learning verlangen?

Diese Frage stellen sich Trainer und Coaches, die ihr bestehendes Präsenz-Angebot um eine Online-Begleitung erweitern wollen: Ganz im Sinne von Blended Learning verbindest du damit das Beste aus klassischen Seminaren und Online-Kursen. Hier ist die Frage nach dem Preis etwas schwieriger, denn Blended Learnings können extrem unterschiedlich sein.

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Vier Faktoren, die den Preis deiner Online-Begleitung beeinflussen:

  1. Die Dauer (8-wöchiger Kurs vs. ein einzelnes Fotoprotokoll)
  2. Die Intensität (täglich Impulse vs. einmal pro Woche)
  3. Die Qualität (individuelle Videos gedreht vs. Standard-Unterlagen hochgeladen)
  4. Die Kommunikation mit dem Kunden (wie verkaufst du den Mehrwert?)

Kurze Erklärung zum 4. Faktor: Wenn du ein Blended Learning anbietest, erhöht sich der Mehrwert. Dafür legt dir der Kunde mehr Geld auf den Tisch – du hast aber auch einen Mehraufwand, vor allem zu Beginn. Heißt: Du musst gut begründen, warum dein Blended Learning einen höheren Preis wert ist als dein reines Präsenztraining.

Drei Modelle, um den Preis für dein Blended Learning zu berechnen

Grundsätzlich vorab: Bei allen drei Modellen musst du die oben stehenden Faktoren bedenken und zusätzlich berechnen, wie viel Mehraufwand und Mehrkosten du selbst hast – Was kostet dich die Plattform, was kostet dich das Erstellen der Inhalte und so weiter…? Schließlich willst du mit dem neuen Angebot mindestens genauso gut dastehen wie vorher. Ein kleiner finanzieller Gewinn sollte in der Regel auch drin sein, unabhängig vom Gewinn für dein eigenes Marketing, den du mit einem Zusatzangebot auch immer hast!

1. Preismodell: Du gehst vom Tagessatz aus

Die meisten Trainer und Coaches arbeiten heute noch immer mit einem bestimmten Tagessatz. Das ist ein guter Ausgangspunkt, um einen Mehrpreis gegenüber dem Kunden zu argumentieren: Schlage beispielsweise auf deinen Tagessatz 20% drauf, wenn du dein bestehendes Angebot um einen Online-Kurs erweiterst.

2. Preismodell: Du ersetzt Präsenz durch Online

Bei diesem Modell bleibt der Preis gleich, da du dein Präsenzangebot verringerst und durch Online-Einheiten ersetzt. Das hat einen gewissen Reiz für deinen Kunden, da er den gewohnten Preis zahlen kann, aber ein neues Angebot erhält. Das funktioniert natürlich nur, wenn du bei deinem Blended Learning auf einige Präsenz-Zeiten verzichten kannst.

3. Preismodell: Du bietest ein komplett unabhängiges Modell an

Das dritte Modell ist vor allem für Trainer und Coaches attraktiv, die sich recht gut verkaufen können. Hier berechnest du deinem Kunden ein ganz bestimmtes Paket: Beispielsweise bietest du einen Festpreis pro Online-Kurs an und gibst ab zehn Online-Kursen einen Präsenztag kostenlos als Geschenk dazu.

Der Vorteil beim Preis-Berechnen für Blended Learning – im Vergleich zu Preisen für reine Online-Kurse: Du bietest in der Regel immer ein ganz individuelles Angebot für deinen Kunden. Das heißt, du kannst auch individuell entscheiden, welches Modell gerade für dich oder den jeweiligen Kurs am besten passt.

3. Sollte ich erst einmal einen besonders günstigen Preis verlangen?

Diese Frage stellen sich viele Trainer und Coaches, die mit einem neuen Angebot starten. Vielleicht hast du auch schon den Ratschlag gehört, erst einmal mit einem “Sonderangebot” zu starten. Schließlich ist das Produkt neu und du fühlst dich gegebenenfalls auch sicherer, wenn der Preis niedrig ist – quasi als Legitimation, dass noch nicht alles perfekt sein muss.

Doch Sales-Experte Hans-Martin Sprungk warnt vor solchen Entscheidungen:

Wenn der niedrige Preis erst einmal da ist, kriegst du ihn nicht mehr erhöht.

Sein Ratschlag: In die Verhandlung gehen musst du sowieso, wenn du ein neues Produkt anbietest. Setz also lieber etwas höher an und warte die Reaktionen deines Kunden ab. Wer sich gleich zu Beginn zu günstig verkauft, kann am Ende nur verlieren.


4. Kann es sinnvoll sein, meinen Online-Kurs kostenlos anzubieten?

Zum Abschluss noch eine spannende Frage: Wie wäre es, dein neues Produkt wirklich als reinen Zusatz, sozusagen als Goodie, zu bieten? Als Marketing-Anreiz für dein eigentliches Angebot kann ein reiner Online-Kurs durchaus sinnvoll sein. Natürlich musst du dann erst einmal drauf zahlen, doch wenn du sowieso ein gewisses Budget für Marketing eingeplant hast – warum nicht in Form eines kostenlosen Online-Kurses?

Auch das Angebot zu Blended Learning kannst du theoretisch kostenlos anbieten: Damit setzt du dich von der Konkurrenz ab und sorgst für dein persönliches Alleinstellungsmerkmal.

Doch auch hier mahnt Hans-Martin Sprungk vor unbedachten Entscheidungen:

Was nichts kostet, wird oft wahrgenommen, als sei es auch nichts wert.

Schließlich geht es sowohl bei Blended Learning als auch bei reinen Online-Kursen darum, dass dein Teilnehmer etwas nachhaltig lernen soll. Wer hier also keinen Preis ansetzt, erweckt schnell den Eindruck, als sei der Lerntransfer gar nicht gegeben. Das heißt nicht, dass ein kostenloser Kurs für Marketing-Zwecke nicht sinnvoll ist. Du solltest dir diesen Schritt allerdings gut überlegen.


Fazit: Überlege dir genau,

  • wie viele Ausgaben du hast (rein finanziell und zeitmäßig),
  • welche Faktoren dein Angebot wertvoller machen,
  • welches Preismodell du anbieten möchtest
  • und welchen Nutzen dir dein Angebot neben den reinen Einnahmen bringt.

Und dann heißt es nur noch:

Trainings erweitern: Preise für Online-Kurs und Blended Learning berechnen

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