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Friederike Euwens von Alles Roger, mit Kollegin Lea Böhm
5 Min. Lesezeit

Zukunft der Arbeit: Tipps zu New Work in Unternehmen

Corinna Günther
Mi, 30.01.2019

Immer mehr Unternehmen im Jahr 2019 spüren, dass Innovation wichtig für den eigenen Fortbestand und die Positionierung ist. Gleichzeitig möchten sie weiterhin effizient arbeiten. Innovation und Effizienz – wie passt das zusammen? Lösungsansätze findest du unter dem Schlagwort “New Work”. Wie genau Unternehmen ihre Arbeitsweise zukunftsfähig machen, das habe ich New-Work-Expertin Friederike Euwens von “AllesRoger” gefragt.

Das Unternehmen AllesRoger besteht aus drei Frauen, die sich selbst als “New Work Facilitatoren” bezeichnen. Ihre Mission: Teams dabei zu unterstützen, neue Arbeitsweisen effizient umzusetzen. Diesen Ansatz finden auch wir bei blink.it spannend und so habe ich Friederike Euwens, eine der drei New Work Facilitatoren, nach ihren Tipps und Best Practices für kleinere und große Unternehmen gefragt.

Friederike Euwens von Alles Roger, mit Kollegin Lea Böhm

Friederike Euwens von AllesRoger, mit ihrer Kollegin Lea Böhm.

Warum brauchen Unternehmen überhaupt Innovation?

Meine erste Frage an Friederike: Wieso sollten Unternehmen sich überhaupt mit New Work Strategien beschäftigen? Was macht Innovation an sich erstrebenswert?

Friederike von AllesRoger:

Wir müssen heutzutage global agieren. Es kann sein, dass irgendjemand in Indien eine bessere Idee hat und dann ist dein Geschäftsmodell hinfällig. Ich glaube, dass viele Personalentwickler in Unternehmen merken, dass sie nicht mehr lange so weitermachen können wie bisher. Sie spüren, dass einige Mitarbeiter nicht mehr motiviert sind. Da spielt Innovation eine große Rolle.

Innovation bedeutet ja, dass neue Wege gefunden werden müssen. Zum einen, weil die Unternehmen sich für qualifizierte Arbeitnehmer attraktiv darstellen müssen. Zum anderen, weil sich die Arbeitsbedingungen ändern – durch die Digitalisierung ist beispielsweise das Konzept Homeoffice für Unternehmen einfacher umzusetzen und gewinnbringender geworden.

Der Begriff Innovation schwebt geradezu über vielen Personalabteilungen, ist aber oft nicht wirklich greifbar. Schließlich können vor allem in großen und eher traditionell geführten Unternehmen nicht von heute auf morgen bestehende Arbeitsweisen komplett umgekrempelt werden. AllesRoger setzt deshalb auf die sogenannte Ambidextrie: Die Fähigkeit von Unternehmen, gleichzeitig innovativ und effizient zu sein.

Innovation: Neue Geschäftsmodelle und Arbeitsweisen einführen, um das Unternehmen zukunftssicher zu machen und attraktiv für den Markt zu bleiben.

Effizienz: Im höchsten Maße produktiv zu sein, um das Unternehmen erfolgreich zu machen und marktgerechte Angebote zu haben.

Symbolbild: Zukunft der Arbeit, New Work

Arbeit der Zukunft: Unternehmen brauchen Modelle, um gleichzeitig innovativ und effizient zu arbeiten.

Innovation leben mit “New Work”

Wahrscheinlich bist du auch schon auf den Modebegriff “New Work” gestoßen. Ich habe immer wieder davon gelesen und wollte von der Expertin wissen: Inwiefern nützt New Work Unternehmen?

Friederike von AllesRoger:

New Work bedeutet für jedes Unternehmen etwas anderes. Wir bieten Ideen und Best Practices, aber je nach Unternehmensstruktur sind unterschiedliche Ansätze notwendig. Im Grunde geht es bei New Work darum, sowohl in Teams als auch in der gesamten Organisationseinheit bestmöglich zusammenzuarbeiten. Das nützt dem gesamten Unternehmen, weil die Mitarbeiter zufriedener sind und effizient arbeiten können.

Das klingt doch absolut erstrebenswert! Um den doch recht abstrakten Begriff “New Work” greifbarer zu machen, habe ich hier ein paar Beispiele für dich:

Beispiele für New Work

"Old Work" "New Work"
Jeder Mitarbeiter hat seinen festen Arbeitsplatz im Unternehmen selbst. Arbeit ist, wenn du vor Ort bist. Flexible Arbeitsplätze ermöglichen

Beispiel: Home Office und Remote Arbeitsplätze
Klassische Hierarchie: Reguläre Mitarbeiter haben eine Teamleitung und weitere Führungsebenen darüber. Verantwortlichkeiten neu verteilen

Beispiel: Kollegiale Führung
Meetings sind oft lästige Termine im Kalender. Häufig sitzen zehn Menschen um einen Tisch, von denen zwei sprechen, fünf mit halbem Ohr zuhören und drei gar nicht wissen, warum sie eigentlich dabei sind. Meetings effizient machen

Beispiel: Meetings als eine Art Workshop neu gestalten, beispielsweise als Diskussionsmarktplatz
Viele Unternehmen haben einen Slogan und eine bestimmte Farbgebung – doch die einzelnen Mitarbeiter verbindet nicht mehr als die Quelle ihres Gehalts. Werte aktiv gestalten und kommunizieren

Beispiel: Mitarbeiter in Workshops selbst Werte des Unternehmens finden lassen, um ein starkes Bindungsgefühl zu erzeugen.

New Work in allen Unternehmensgrößen

Wir bei blink.it und auch das Team von AllesRoger wendet New Work aktiv im Arbeitsalltag an. Doch wir sind noch ein relativ kleines und junges Team: Schnelle Absprachen sind an der Tagesordnung und auch das Ausprobieren neuer Strategien geht sehr einfach. Wie aber kann New Work in richtig großen Unternehmen funktionieren?

Friederike von AllesRoger:

Viele sagen, dass eine Organisationseinheit nicht größer als 150 Leute sein sollte und ein Team nie größer als 15. Das merken wir auch im Training oder Coaching – bis zu diesen Größen funktioniert New Work sehr gut. Falls Unternehmen selbst größer ist, sollten entsprechend kleinere Organisationseinheiten gefunden werden. Das passiert ja jetzt auch schon in Form von Abteilungen. Nur die Hierarchie wird mit New Work anders gelebt.

New Work funktioniert also in allen Unternehmensgrößen. Als Beispiel für ein großes Unternehmen nennt Friederike die Hypoport AG aus Berlin mit 1.000 Mitarbeitern: “Die sind schon sehr weit, was Selbstorganisation angeht und damit auch sehr erfolgreich”.

Work Hacks: Kleine Stellschrauben, um mit New Work zu starten

Wie kann ich also mit New Work starten? Friederike rät dazu, zunächst bestehende Meetings neu zu gestalten. Einfach mal andere Prozesse zur Entscheidungsfindung ausprobieren, beispielsweise mit gezielter Beteiligung der Mitarbeiter wie im Diskussionsmarktplatz.

Außerdem empfiehlt sie Unternehmen grundsätzlich, zu Beginn einen Visions- und Werte-Workshop mit allen Mitarbeitern zu machen. Dabei sollten Fragen geklärt werden wie “Was möchten wir gemeinsam erreichen?” (Vision) und “Wie möchten wir zusammen arbeiten?” (Werte). So wird der Rahmen für New Work gesteckt.

Die Vision von blink.it: Menschen ermöglichen, ihre Fähigkeiten so einfach und so nachhaltig wie möglich ausbilden zu können.

Friederike von AllesRoger:

Um über dieses sehr schwammige Thema überhaupt sprechen zu können, hilft zu Beginn auch unsere New Work Map: Da können wir mit Unternehmen gemeinsam drauf schauen und besprechen: Wo müsst ihr ansetzen, was sind eure besten Möglichkeiten, neue Arbeitswege zu gehen?

Bei neuen Mitarbeitern ansetzen: Onboarding als Online-Kurs

Eine tolle Möglichkeit, einfach mit New Work zu starten, ist außerdem das Onboarding neuer Mitarbeiter. Wer neu in einem Unternehmen ist, steht neuen Arbeitsweisen eher offen gegenüber und bietet deshalb großes Potenzial für New Work.

Leitafen: Blended Onboarding in Unternehmen – Einarbeitung mit New Work Strategien

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Die Idee: Neue Mitarbeiter an einem Online-Onboarding teilnehmen zu lassen.

So funktioniert’s: In Online-Kursen werden grundlegende Informationen und Richtlinien des Unternehmens vermittelt. Gleichzeitig können Teamleiter darin inhaltliche Übungen hochladen oder auf Quellen verweisen. Einmal erstellt, kann der Online-Kurs immer wieder verwendet werden – und im Laufe der Monate und Jahre gemeinsam ergänzt und verändert werden.

Bonus: Die Neuen können sich beispielsweise auch in einem geschlossenen Online-Kurs untereinander austauschen, obwohl sie nicht in der selben Abteilung arbeiten. Sie finden Anschluss unter Gleichgesinnten und lernen, sich schon früh zu vernetzen. Schon allein dafür ist ein Online-Onboarding hilfreich.

Blended Onboarding bei blink.it: Mit einem Mix aus persönlichen Sessions und begleitendem Online-Kurs werden neue Mitarbeiter effizient und innovativ eingearbeitet.

Friederike von AllesRoger:

Damit ein Team effizient arbeiten kann, ist die Kommunikation absolut wesentlich: Voneinander und miteinander lernen. Die Idee, Onboarding als Online-Kurs zu gestalten, finde ich sehr spannend. Durch den Austausch können die Neuen sich schnell zugehörig fühlen. Den Kollegen und der Personalabteilung wird gleichzeitig Arbeit abgenommen. Das ist eine Win-Win-Situation.


Wie gestaltest du New Work an deinem Unternehmen? Probiere Friederikes Tipps zum Start einfach mal aus und überlege: Wie könntest du das nächste Meeting so gestalten, dass das gesamte Team den größtmöglichen Nutzen daraus zieht? Vielleicht ist das Format Diskussionsmarktplatz eine Inspiration dazu.

Du bist in irgendeiner Form dafür zuständig, neue Mitarbeiter ins Unternehmen zu integrieren? Dann schau dir einfach mal an, wie so ein Online-Kurs in der Einarbeitung aussehen könnte: Beispiele und viele weitere Tipps findest du in unserem Leitfaden für Blended Onboarding. Viel Erfolg beim Start mit New Work Strategien!

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