"Ein alter Hund lernt auch keine neuen Tricks mehr" – hast du das auch schonmal gehört oder sogar selbst gesagt? Wir sind überzeugt: das stimmt so nicht! Schließlich kann Jeder Lernen lernen, auch im höherem Alter.
“Dafür bin ich zu alt” das ist wahrscheinlich die häufigste Ausrede älterer Mitarbeiter oder Kursteilnehmer, wenn es um das Thema Weiterbildung geht – besonders beliebt bei Softwareschulungen. Aber keine Sorge: dieser Mythos vom Lernen im Alter wurde schon vor einigen Jahren widerlegt! Im Blog haben wir das Thema bereits diskutiert und festgestellt, dass ältere Menschen teilweise sogar einen gewissen Vorteil beim Lernen haben. Schließlich ist ihr Vorwissen deutlich größer als das der Jüngeren. Dadurch können Informationen besser miteinander verknüpft werden.
Tipp: Den ganzen Artikel findest du hier: “Was Hänschen nicht lernt…” – Der Mythos vom Lernen im Alter
Was stimmt: Erwachsene lernen anders als Kinder, schließlich ist ihre Grundvoraussetzung eine andere. In den meisten Fällen lernen Erwachsene freiwillig, um sich persönlich weiterzuentwickeln oder ihre beruflichen Bedürfnisse zu erfüllen. Erwachsene lernen außerdem gerne gemeinschaftlich und bringen einen reichen Erfahrungsschatz und Ressourcen mit in den Lernprozess. Neben ihren Vorkenntnissen und Erfahrungen haben sie auch einen anderen Zugang zu Wissen. Dementsprechend unterscheidet sich auch die Lernmotivation:
Erwachsene werden durch Relevanz und Praxisbezug motiviert.
Erwachsene sind intrinsisch motiviert und handeln problemorientiert.
Erwachsene lernen selbstbestimmt und im eigenen Tempo.
Und genau das kannst du dir beim lernen zum Vorteil machen! Egal ob du selbst lernen möchtest oder als Weiterbildungsverantwortlicher für den Lernprozess anderer verantwortlich bist: Schaffe im Lernprozess den benötigten Freiraum, sodass individuelle Lernpräferenzen berücksichtigt werden können. Die Motivation ist entscheidend!
Lernen lernen unterstützen mit der passenden Strategie
Meine Kollegin Laura hat im Blog bereits darüber berichtet, inwiefern sich die Lernstrategien von Kindern und Erwachsenen unterscheiden. Deshalb möchte ich hier nur kurz auf die verschiedenen Lernstrategien eingehen:

Je nach Präferenz solltest du also eine kognitive, eine metakognitive oder eine ressourcenbezogene Lernstrategie verfolgen. Meist setzt sich der Lernprozess aus Aspekten aller drei Strategien zusammen.
Gerade im Erwachsenenalter lohnt es sich, diese Strategien bewusst miteinander zu kombinieren. Wer beispielsweise neue Inhalte aktiv verarbeitet, den eigenen Lernprozess reflektiert und gleichzeitig passende Ressourcen nutzt, steigert den Lernerfolg deutlich. Lernen wird so nicht nur effektiver, sondern auch nachhaltiger.
Egal welche du bevorzugst – damit dir das Lernen im Erwachsenenalter leichter fällt solltest du auf einige Dinge in jedem Lernprozess achten:
10 Tipps zum Lernen lernen im Erwachsenenalter
Diese 10 Tipps helfen dir, deine erwachsenen Lerner in Trainings und Schulungen beim Lernprozess zu unterstützen:
Finde einen ruhigen Ort ohne Ablenkung, wechsle diesen regelmäßig
Schaffe eine positive Grundeinstellung gegenüber des Lernprozesses
Lerne oft, aber in kurzen Einheiten ganz im Sinne von Microlearning
Beginne mit schwierigen Themen und schiebe sie nicht bis zum Ende auf
Notiere dir wichtige Punkte, bestenfalls sogar handschriftlich
Plane bewusst Pausen, bevor du sie brauchst weil du erschöpft bist
Setze dir eigene Ziele und überprüfe diese regelmäßig selbst
Vergiss nicht, das Gelernte auch zeitnah zu wiederholen
Mache Selbsttests nach jeder Lerneinheit und prüfe dein Wissen
Suche dir Lernpartner und tausche dich über das Gelernte aus
Geheimtipp: Active Recall statt vielen Wiederholungen!
Die meisten Menschen denken, dass sie besonders gut lernen, wenn sie Texte mehrfach lesen und wiederholen. Dabei unterläuft aber ein bedeutender Fehler: Du denkst, dass du Vieles weißt, weil dir bestimmte Worte und Textpassagen bekannt vorkommen. Oft überfliegst du den Text danach nur noch grob. Doch in der Prüfungssituation kannst du dich aber nicht mehr daran erinnern, weil dir die kleinen Stützen fehlen. Deshalb ist es nach der Active Recall Methode viel sinnvoller, das Gelernte aus dem eigenen Gedächtnis, ohne Lernmaterialien und Texte, aktiv hervorzurufen, und die Inhalte so eigenständig zusammenzufassen.
Wenn du das nächste Mal einen Text liest, um die Inhalte zu lernen, schreibe dir besser Fragen zum Text auf, die du anschließend beantwortest anstatt die wichtigsten Informationen aus dem Text zusammenzufassen!
Gib diese Tipps idealerweise direkt an deine Lerner weiter, sei es im Online-Kurs oder im Training selbst. Damit gibst du deinen Teilnehmern direkt Handlungsempfehlungen an die Hand, die sie selbstständig umsetzen können. Unterstütze sie beim lernen, zum Beispiel indem du regelmäßige Erinnerungsmails für deinen Online-Kurs verschickst. Biete Teilnehmern die Möglichkeit, sich bei Fragen direkt an dich zu wenden. Sorge von Anfang an für eine gute Lernumgebung in Form einer Lernkultur, in der das Lernen auch tatsächlich erwünscht ist! All das sind Faktoren, die die Lernmotivation deiner Teilnehmer positiv beeinflussen.
Fazit
Auch im Erwachsenenalter lässt sich Lernen gezielt verbessern, wenn Lernstrategien, Motivation und Lernumgebung bewusst gestaltet werden.
Erwachsene bringen bereits viele Erfahrungen, Vorwissen und klare Ziele mit in den Lernprozess. Genau darin liegt ihre große Stärke. Wenn Lerninhalte einen direkten Bezug zum Alltag haben und selbstbestimmt bearbeitet werden können, steigt sowohl die Motivation als auch der Lernerfolg.
Die vorgestellten Tipps zeigen, dass kleine Veränderungen im Lernverhalten bereits einen großen Unterschied machen können. Kurze Lerneinheiten, regelmäßige Wiederholungen, Selbsttests oder Methoden wie Active Recall helfen dabei, Wissen langfristig zu verankern.
Wer Lernen als aktiven Prozess versteht und bewusst gestaltet, kann auch im Erwachsenenalter neue Fähigkeiten entwickeln und sich kontinuierlich weiterbilden.
Aktualisiert am 06.03.2026







